Besitzen, Nutzen, Vererben

Überschreibung von Wohneigentum

Wenn der Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung diese Immobilie zu Lebzeiten an die nächste Generation überschreibt, obwohl sie ihm auch selbst als Alterswohnsitz dient, dann sollte er die zukünftige Wohnnutzung für sich und ggf. die Partnerin oder den Partner durch eine entsprechende Eintragung im Grundbuch absichern.

 

Nießbrauch und Wohnungsrecht

Man kann ein solches Nutzungsrecht im Wesentlichen in Form

•    eines Nießbrauchs (§ 1030 BGB) oder
•    eines Wohnungsrechtes (§ 1093 BGB)
vereinbaren.
Der Nießbrauch wird dabei in der Regel als lebenslanges Recht vereinbart, eine Wohnung oder ein Haus zu bewohnen und darüber hinaus auch alle Nutzungen aus dem Grundstück zu ziehen, z. B. die Mieteinnahmen. Ein Wohnungsrecht hingegen gestattet lediglich das Bewohnen oder Nutzen des Wohnraums.
Verzichtet man auf die Vereinbarung eines Nutzungsrechts, kann der neue Eigentümer den Vorbesitzer im Extremfall zum Auszug zwingen. Vereinbart man zwar ein Nutzungsrecht, verzichtet aber auf die Absicherung im Grundbuch, muss man bei Verkauf der Immobilie durch den Erwerber ebenfalls mit einem erzwungenen Auszug rechnen. Im Falle einer Zwangsversteigerung der Immobilie ändert auch der Eintrag der eigenen Nutzungsrechte in das Grundbuch unter Umständen nichts daran, dass man diese Nutzungsrechte verliert und noch in hohem Alter ausziehen muss.

Beratung zu allen Fragen rund um das Thema „Besitzen, Nutzen und Vererben“ sowie auch zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten erhalten Sie unter www.bmjv.de sowie bei Ihren Notaren, Anwälten und Ärzten.

Der letzte Wille

Um sicherzugehen, dass Ihr Nachlass in die gewünschten Hände kommt, sollten Sie frühzeitig ein Testament aufsetzen. Darin können Sie die gesetzlichen Erbteile abändern oder andere, auch nicht verwandte Personen als Erben einsetzen.
Verfassen Sie Ihr Testament nicht mit Hilfe eines Notars, sondern privat, so muss es von Ihnen eigenhändig geschrieben und unterschrieben werden; es soll mit Ort und Datum versehen sowie mit Vor- und Nachnamen unterzeichnet werden. Der Erbe benötigt dann in aller Regel einen Erbschein. Wird ein notarielles Testament erstellt, ist kein Erbschein nötig; zudem wird das Testament im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer gesichert.

Erbvertrag

Ein Erbvertrag wird zwischen zwei oder mehreren Vertragspartnern verbindlich geschlossen. Er kann, im Gegensatz zum Testament, nur mit Zustimmung beider Vertragspartner geändert werden. Ein Erb-vertrag muss immer vor einem Notar geschlossen werden.